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Danke SRF!

Das Ausmass mancher technologischer Umwälzungen der letzten Jahre lässt bei vielen Menschen Angst aufkommen, in ihrer Freiheit, Sicherheit und Eigenständigkeit eingeschränkt zu werden. Tatsächlich sind viele moderne Erfindungen mit Unsicherheiten verbunden und wir freuen uns sehr, dass sich auch das Schweizer Radio & Fernsehen einem dieser Themen angenommen hat: es geht um die Automatische Gesichtserkennung.

SRF Berichterstattung

SRF hat auf mehreren Kanälen (Radio, Artikel, Podcast) über den Fussballklub Brøndby berichtet, der mit Kameras und Gesichtserkennungssoftware Fans mit Stadionverbot erkennt, und ihnen den Zugang verwehrt. Erwähnt wird auch der missglückte Einsatz von Gesichtserkennung am Champions League Final 2017 in Cardiff, als die sogenannten False Positives (Eintrittsberechtigte, die das System fälschlicherweise als Nichtberechtigte eingestuft hat) viel zu hoch waren. Der entscheidende Einfluss der Qualität von Videoaufnahmen wird hervorgehoben: sind die Aufnahmebedingungen besser (Belichtung, Blick auf Gesicht, etc.), sinkt die Fehlerrate. Gesichtserkennungssoftware sei in Sport-Stadien gemäss Eidgenössischem Datenschutzbeauftragten (EDÖB) grundsätzlich zulässig.

SRF hebt gleichzeitig hervor, dass die verschiedenen Akteure noch offene Rechtsfragen sehen. Ausserdem werden von einigen Beteiligten auch Zweifel geäussert, ob sich angesichts der beobachteten Fehlerraten die automatische Gesichtserkennung lohne.

Die Berichterstattung von SRF weist auf wesentliche Chancen und Herausforderungen bei der Verwendung von Gesichtserkennung in Sportstadien hin. Gerne möchten wir einige Punkte ergänzen:

Positiver Trend

Im Beispiel des Champions League Finals wird nur der Anfang der Geschichte wiedergegeben. In South Wales wurde das Experiment nicht aufgegeben, sondern mit Ausdauer weiterverfolgt, wie die offiziellen Zahlen und die dazugehörige Themenseite aufzeigen. Wir haben die Zahlen ausgewertet und stellen fest: auch für diese Negativ-Vorlage ist ein Trendverbesserung bei der Fehlerrate ersichtlich. Detaillierte Auswertungen des National Institute of Standards and Technology in den USA belegen diese Entwicklung weltweit.

Entwicklung der False Positives in der Gesichtserkennung bei South Wales Police. Tendenz fallend aber mit hoher Varianz
Hinweis: Auswertung nur mit Anlässen von über 10 Erkennungen (tiefer ist besser)

Was ist datenschutzrechtlich neu?

Es ist wichtig zwischen Gesichtserkennung und Datenaufzeichnung zu unterscheiden. Daten werden bereits heute innerhalb des bestehenden rechtlichen Rahmens in grossem Masse gesammelt. Dies z.B. bei der gewöhnlichen Videoüberwachung oder der Aufzeichnung von Personendaten bei ausfälligen Fans. Die datenschutzrechtlichen Fragen im Zusammenhang mit der automatisierten Gesichtserkennung betreffen aber andere Daten: es geht um die Erstellung von Beziehungen zwischen den Daten. Im Kontext Stadionzutritt werden Personen in Videos identifiziert, d.h Personendaten werden in Zusammenhang mit Videodaten gebracht. Werden diese Bezugsdaten nach dem Prüfvorgang gelöscht, ist eine neue Problematik bezüglich Datenschutz schwer zu identifizieren. Die relevanten Daten werden heute bereits gesammelt.

Perspektiven für die Schweiz

Aus wirtschaftlicher Sicht bietet die künstliche Intelligenz weltweit enormes Potenzial. Falls die Schweiz bei der Entwicklung zögert, zerstört sie damit die Grundlage für technische Expertise, Innovation, und schlussendlich die Industrie in der Schweiz.

Für Branchenkenner ist grundsätzlich klar: die Fehlerrate bei der Gesichtserkennung sinkt ständig, und der rechtliche Rahmen wird mittelfristig auch für sehr vorsichtig agierende Unternehmen klar sein. Gerade bei sicherheitsrelevanten Anwendungen, wie der Verhinderung von Eskalation und Gewalt in Sportstadien, ist es eine Frage der Zeit bis die Eingangskontrollen durch Gesichtserkennung universell unterstützt werden. Dabei spielt eine zentrale Rolle, wie schnell die Technologie akzeptiert wird: in Ländern mit grosser Bereitschaft besteht auch ein Markt, und mit bestehendem Markt steigen die Investitionen, die Qualität der Technologie, und die Erfolgschancen der landeseigenen Firmen auf dem Weltmarkt.

Fairer, günstiger, schneller

Es gilt klarzustellen, dass zutrittsberechtigte Besucher, die falsch eingestuft worden sind (False Positives), nicht einfach aus dem Stadion gesperrt werden. Die Zutrittskontrolle ist ein Gesamtprozess, bei der eine Warnung durch automatisierte Gesichtserkennung lediglich dazu führt, dass die gewöhnliche, manuelle Personenkontrolle durchgeführt wird. Nur wenn sich der Verdacht bestätigt, wird einer Person der Zutritt verwehrt. Eine Einführung der Gesichtserkennung führt also insbesondere zu einer Steigerung der Effizienz des Stadionbetreibers, einer Erhöhung der Sicherheit, und zu weniger Wartezeit in der Schlange.

Deep Impact und die Gesichtserkennung

Bei Deep Impact forschen wir bereits seit Jahren an der Gesichtserkennung. In internen Messungen bestätigen sich unsere Algorithmen regelmässig an der Weltspitze. Bspw. messen wir beim bekannten Benchmark "Labelled Faces in the Wild" (Unrestricted, Labeled Outside Data) Benchmark eine Genauigkeit von 99.82%. Dazu optimieren wir die Software stetig weiter, und können diese Genauigkeit auch ausgezeichnet skalieren (d.h. gleichzeitig sehr viele Anfragen gleichzeitig bearbeiten).

Was anfänglich eine grosse Investition war, zahlt sich jetzt aus: von frühen Proof Of Concepts zu mittelgrossen Projekten entwickeln wir nun Software im sechsstelligen Auftragsumfang, mit Fähigkeiten, die nur dank künstlicher Intelligenz möglich sind. Zu unseren Kunden gehören Regierungsinstitutionen und Privatunternehmen. Wir bewegen uns sowohl im Finanzbereich (RegTech) wie auch in der Sicherheitsindustrie (Zutrittskontrollen & Überwachung).

AVA X und Sentinel im Stress-Test in der Türkei

Wir haben unsere automatisierte Gesichtserkennung bei Hochrisiko-Fussballspielen in der Türkischen Nationalliga getestet. Dabei erzielten wir ein optimales Resultat: kein einziger False Positive.

Unsere Ava-X Software bei der Stream-Überwachung

Wir kennen das Thema künstliche Intelligenz von Grund auf. Über die anfangs erwähnten Ängsten haben wir fortwährend Gespräche geführt, und können mit Eindeutigkeit sagen: die künstliche Intelligenz ist kein Horrorszenario. Sie ist ausschliesslich eine Sammlung mathematischer Werkzeuge, die einen praktisch umsetzbaren und immensen Mehrwert für zahllose Anwendungsbereiche in Geschäft und Privatleben bietet. Nutzen wir unser Potenzial als wettbewerbsfähiges Land mit sehr hohem Ausbildungsniveau, werden auch hier Schweizer Firmen erfolgreich Fuss fassen und den weltweiten Boom mitbestimmen können.

Interessiert Sie das Thema? Nehmen Sie mit uns Kontakt auf!



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